Wie wichtig ist das Anschreiben in der Bewerbung?

YouTube monologue by JobGenius arguing that cover letters (Anschreiben) should remain part of applications. The speaker rebuts calls to abolish cover letters, arguing they act as a useful filter, allow candidates to demonstrate motivation and forward-looking fit, and are especially valuable for career starters, career changers and applicants with CV gaps. He acknowledges alternatives like short application videos but maintains a forward-looking explanatory document alongside the CV is still needed.
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Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Karrierebibel TV. Heute ist ein wichtiges Thema für mich mal auf dem Programm. Es geht um das Anschreiben. Ich weiß, es ist ein viel diskutiertes Thema und es wird gehasst von den Bewerbern und von Personalern ist es stark umstritten. Das liegt in der Natur der Sache, weil es Arbeit macht. Es macht extra Arbeit. Den Lebenslauf bei der Bewerbung, den zweifelt niemand an. Da sehen auch alle einen Sinn drin. Aber beim Anschreiben, da gehen die Meinungen eben auseinander. Und jüngst habe ich eben ganz viele Artikel gelesen, die immer wieder zu dem Schluss Das Anschreiben gehört abgeschafft, weg damit. Das braucht kein Mensch, das macht nur Arbeit und und und. Ich persönlich sage ganz falsch, das Anschreiben brauchen wir nach wie vor ganz, ganz dringend. Das heißt nicht, dass ich nicht offen wäre für Alternativen, Aber das Anschreiben hat einen Sinn und einen Zweck und ich erkläre auch, warum. Gehen wir vielleicht mal die Argumente genauer an, die da immer genannt werden. Ein wichtiges Argument, was häufig genannt wird, Das Anschreiben setzt zu hohe Hürden. Wir kriegen dadurch nicht die Bewerber, die wir brauchen. Stimmt. Das Anschreiben macht Mühe und nicht jeder braucht später sozusagen diese Fähigkeiten, die beim Anschreiben so ein bisschen mit drinstecken, nämlich das Schreiben und Formulieren können im Job. Ein Ingenieur wird nicht dafür eingestellt, dass er ein guter Autor ist, sondern der ist halt in erster Linie Ingenieur. Dasselbe gilt für Programmierer und andere Berufe. Das verstehe ich. Aber wenn wir Hürden senken, besteht die Gefahr darin, dass wir eine falsche Botschaft senden an Bewerber und Kandidaten. Ganz ehrlich, worüber unterhalten wir uns hier gerade? Wir unterhalten uns über eine Seite. Eine Seite Anschreiben. Von dieser einen Seite ist sowieso mal 50 Prozent Weißraum und der ganze offizielle Kladderadatsch, der da noch mit drauf gehört, also Briefkopf, Empfänger, Betreffzeile, Datum, Grußformel, Unterschrift, Anlagenverzeichnis. Dazwischen bleiben netto gerade mal eine halbe Seite übrig. Wir reden also de facto über die Hürde, eine halbe Seite zu formulieren. Oder noch ein bisschen weiter runtergebrochen, 4 maximal 5 kurze Absätze. Ich sage an der Stelle ganz ehrlich, das ist keine allzu große Hürde. Wir alle haben in der Schule längere Referate und Aufsätze geschrieben. Vier, fünf Absätze kriegt wirklich jeder mit einem Hauptschulabschluss hin. Das kann das Problem sein, Zumal es im Internet dafür reihenweise Anleitungen, so nicht Anlagen, Anleitungen, Muster, Vorlagen gibt, die man ja nicht eins zu eins kopieren sollte. Aber zumindest dienen sie als Hilfe. Und natürlich gibt es diese ganzen tollen Anleitungen, ausführlich Formulierungshilfen auf der Karrierebibel rauf und runter und das kostenlos für jedermann zugreifbar. Also die Mühe müsste sein. Und ich finde eben auch ein bisschen Hürde setzen ist ist kein schlechter Filter. Denn was bedeutet das, wenn ein Bewerber sagt oh, das ist mir aber jetzt zu anstrengend, das investiere ich nicht in meine berufliche Zukunft. Ich hätte es gerne einfach. Was glauben wir denn, wie solche Menschen später auch im Job agieren, wenn die sagen also für vier, fünf Absätze, das ist mir schon zu viel Arbeit für meine eigene berufliche Zukunft, für einen Job, den ich wirklich will, den ich mir ausgesucht habe, wo ich mich auf eine Stellenanzeige bewerbe, weil sie mich angesprochen hat und dann sage Ja, aber ne Moment, wenn es Arbeit macht, da will ich es nicht. Was glauben wir denn? Was sind das für Menschen hinterher, wenn die dann mal im Job vor Herausforderungen stehen oder mit anderen Hürden konfrontiert werden, sagen die dann jetzt ist aber blöd, jetzt kündige ich, jetzt höre ich auf oder soll man jemand anderes für mich machen? Ich glaube, das setzt auch auf Seiten der Arbeitgeber falsche Signale, wenn wir hier eine doch entscheidende Hürde senken. Warum die so wichtig ist, dazu komme ich später. Zweites Da steht nichts drin. Stimmt in vielen Anschreiben steht nichts drin, weil eben zahlreiche Bewerber doch nur Vorlagen 1 zu 1 kopieren oder die üblichen Standardfloskeln verwenden, wie zum Hiermit bewerbe ich mich auf Ihre Stellenanzeige als Ja, ich kann jeden Personaler verstehen, der Das habe ich heute schon zum 50. Mal gelesen. Ich kann diesen Sums nicht mehr lesen. Das nervt nur noch. Da lassen wir es doch gleich weg. Der Impuls ist richtig, der Rückschluss ist falsch. Warum? Mit demselben Argument kannst du auch den Lebenslauf abschaffen. Denn auch da sind wir uns, glaube ich, alle einig, dass es gute und schlechte Lebensläufe gibt. Es gibt Lebensläufe, die sind übersichtlich strukturiert, inhaltlich sehr aussagekräftig. Und dann gibt es Lebensläufe, Da steht nichts drin. Die Seite ist zwar voll, aber Inhalt null. Mit demselben Argument viel Text, aber wenig Inhalt, kann ich auch den Lebenslauf abschaffen. Ich kann damit sogar das Internet abschaffen kann. Im Internet steht jede Menge Müll drin. Stimmt wahrscheinlich sogar mehr als gescheites Zeug. Aber schaffen wir deswegen das Internet an ab? Nein, machen wir nicht. Das Internet ist ein Medium. Und so ist es auch mit dem Lebenslauf oder dem Anschreiben. Beide sind Medien, die gefüllt werden wollen und sie können gefüllt werden, so oder so. Und jetzt kommt der entscheidende Wenn da nichts drinsteht, dann ist es doch viel mehr eine Chance für all jene Bewerber, die sich beim Anschreiben richtig, richtig viel Mühe geben und da eben auch drum ringen, wirklich einen guten Text zu schreiben, der sich abhebt. Und wie wohltuend ist das doch für Personaler, wenn sie dann auf einmal ein Anschreiben in der Hand halten, wo wirklich was drinsteht. Und ich glaube, das ist doch der Punkt. Kein Personaler, den ich kenne und ich habe wirklich in meinem Leben schon mit sehr, sehr vielen Personalern geredet, würde mir sagen oder hat mir jemals gesagt, wenn ein Anschreiben toll und interessant beginnt, dann lese ich das gar nicht erst weiter, dann lege ich das gleich weg, weil ich hasse Anschreiben, sagt keiner. Nein, wenn das gut losgeht, wenn da wirklich was Gescheites drinsteht, wenn sich da jemand wirklich individuell und persönlich Mühe gemacht wird, das kannst du rauslesen. Wenn du viele Bewerbungen gelesen hast und ich habe auch schon, weiß Gott, viele Bewerbungen gelesen, das dann kannst du das sofort erkennen und dann liest du weiter. Das interessiert dich, denn im Anschreiben steckt ja eine ganze Menge drin. Wie gesagt, komme ich gleich nochmal. So, und jetzt die berühmte Hassliebe der Bewerber. Bewerber sagen ich kann das nicht, ich will das nicht eigentlich so ein Lebenslauf, eine Seite, das reicht mir für den Job. Ich verstehe das, ich verstehe das. Und es gibt sogar Studien, die sagen Moment, ich habe mir das aufgeschrieben. Bewerber formulieren im Durchschnitt wohlgemerkt bis zu 74 Minuten an so einem Anschreiben, also über eine Stunde, bis so ein Text fertig ist. Und jeder Vierte soll angeblich wieder eine andere Studie schon mal einen Stellenangebot ausgeschlagen haben, weil die Hürde Anschreiben zu hoch war. Okay über letzteres hatte ich schon gesprochen, aber nochmal 74 Minuten, ja, das macht Arbeit. Ja, wenn du natürlich vorhast, 200 Bewerbungen einfach rauszuknallen, dann sind 200 mal 74 verdammt viele Minuten. Aber, und das wissen wir auch wiederum, das macht man ja nicht, das soll man auch nicht machen. Wir empfehlen ja regelmäßig keine Massenbewerbung zu schreiben. Personaler erkennen das, Profis erkennen das. Ich kann dir das auf den Kopf zusagen, wenn ich eine Bewerbung lese, ist das ein individuelles Anschreiben und eine individuelle Bewerbung, also auch der Lebenslauf für diese Stellenanzeige? Oder ist das Ding copy and paste, 50 mal kopiert, an diverse Stellenangebote rausgehauen, in der Hoffnung mit Schrotschiessen eine Kugel trifft. Kann man machen, empfiehlt aber keiner und ist auch nicht der erfolgreiche Weg. Der erfolgreiche Weg ist ja wirklich, den Job zu suchen, der dich wirklich interessiert, der perfekt zu deinen Stärken, zu deinem Hintergrund, zu deinen Erfahrungen, deinen Qualifikationen passt, der dich erfüllt, weil du dafür brennst, weil du Bock darauf hast. Und wenn man diese Vorarbeit als Bewerber leistet, was wir ja auch im Coaching alle, nicht nur ich, auch diverse andere Coaches regelmäßig predigen und auch versuchen umzusetzen, dann hast du automatisch die Argumente für dein Anschreiben, dann hast du automatisch mehr Überzeugungskraft und dann ist das Formulieren gar nicht mehr so schwer. Dann ist das auf einmal ein überzeugendes Anschreiben, was nicht aus Floskeln besteht, sondern aus dir tief innen herauskommt und deswegen Überzeugungskraft entwickelt. Selbst wenn die Formulierungen nicht so brillant sind wie vielleicht von einem geübten Profi oder einem wahnsinnig leidenschaftlichen Autor, muss es aber gar nicht sein. Du kannst das als Recruiter und Personaler rauslesen. Natürlich gibt es dann auch einen entsprechenden Bonus. Ich erwarte doch nicht von einem Controller oder von einem Ingenieur, den ich gerade schon genannt habe, literarische Hochzeit im Sinne von Pulitzer Preis erwartet kein Mensch. Aber Ehrlichkeit, Authentizität und zwar wahre Leidenschaft für den Job, für die Herausforderung des Berufs, ein Auseinandersetzen, den Bezug zur Stelle, zum Unternehmen, das erwarte ich doch. Es ist vergleichbar mit einem Liebesbrief. Am Ende ist das Anschreiben. Es gibt noch ein anderes schönes Beispiel. Man sagt Der Lebenslauf blickt nach hinten. Das Anschreiben blickt nach vorn. Der Lebenslauf Was war, was habe ich bisher gemacht? Mein Werdegang. Bis hierhin bin ich bislang gekommen. Aber all das kann ich, weiß ich, habe ich gemacht. Das Anschreiben blickt nach vorne. Es ist ein Liebesbrief, den die Zukunft blickt auf die gemeinsame künftige Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Warum passen wir beide ideal zusammen? Warum kann ich mit meinen Stärken, meinen Qualifikationen einen ultimativen Mehrwert schaffen? Was hebt mich von anderen ab? Warum solltest du diese Liebe erwidern, lieber Personaler oder Arbeit? Das ist der Sinn des Anschreibens und das kann der Lebenslauf gar nicht. Dafür ist er auch nicht da. Im Lebenslauf ist kein Platz für Prosa. Im Lebenslauf zählen nackte Fakten. Und das ist eben der große Unterschied. Der Lebenslauf guckt eben nur nach hinten. Und wir wissen aus diversen Studien, dass der Blick nach hinten nicht unbedingt der entscheidende und auch der immer zuverlässige Blick ist für die zukünftige Zusammenarbeit. All das, was du bisher kannst, ist vielleicht ein Indiz dafür, dass du den künftigen Job genauso kannst, dass du den Erfolg, den du bisher hattest, fortsetzen wirst. Aber genau wissen tun wir es natürlich nicht. Eigentlich ist der Lebenslauf oder eine Entscheidung auf Basis des Lebenslaufs eine Wette. Der Personaler ohne sieht aber super aus hier, was er alles schon gemacht hat. Toller Typ, tolle Frau, toller Mann, spannender Lebenslauf. Ich könnte mir vorstellen, der passt auch zu uns. Und wenn der so weitermacht, wie das da bisher aussieht, dann kommt unsere Station oben darüber und dann ist das wieder ein Erfolg. Das ist aber eine Wette, das ist Spekulation. Genau wissen tust du es ja nicht. Deswegen gibt es ja auch noch mal das Vorstellungsgespräch und die Probezeit, wissen wir. Aber das Anschreiben ist eben genau, dass es diesen Aspekt nach vorne transportiert. Deswegen liegt es auch oben auf. Das Anschreiben ist sozusagen das Initial der Bewerbung. Es zeigt mir, da ist mein Lebenslauf. Jetzt im Folgenden. Da kommen auch noch die Arbeitszeugnisse, die belegen, was im Lebenslauf steht. Aber zuerst mal will ich dir erzählen, warum ich der die richtige Kandidatin bin für diese Stelle. Und das ist, wie gesagt, eine Liebeserklärung. Und die muss setzen, die muss überzeugen. Das kann der Lebenslauf gar nicht. Der guckt viel zu sehr nach hinten und nicht nach vorne. Und deswegen glaube ich, dass das Anschreiben überhaupt nicht weggehört. Ganz im Gegenteil, es hat Chancen und spielt seine Stärken aus bei ganz bestimmten Berufsgruppen. Ich bin da ehrlich. Ich glaube, Führungskräfte mit 20 Jahren Berufserfahrung brauchen eher kein Anschreiben. Da sind wir uns, glaube ich alle einig. Das kann ich auch so einfach sagen, weil ich Die führen mehr Gespräche und da kommt es ganz stark auf Führungsqualitäten an, auf den bisherigen Track Record, auf Zielerreichung und so weiter und so fort. Da haben wir einen anderen Schnack als bei einer klassischen Bewerbung. Da braucht es weniger das Anschreiben, da braucht es einen sehr, sehr guten Lebenslauf mit dem Track Record da drauf. Und dann werden sehr viele Gespräche geführt mit Führungskräften. Da macht man das auf der Tonspur. OK. Aber bei Berufseinsteigern sieht die Sache ganz anders aus. Berufseinsteiger haben ein den Lebenslauf. Der Lebenslauf ist nämlich bei vielen Berufseinsteigern relativ dünn und auch relativ gleichförmig. Wenn sich Hochschulabsolventen beispielsweise bewerben, Bachelor Kandidaten oder Masterabsolventen, ja was haben die denn bisher alle gemacht? Die haben alle denselben Masterabschluss, alle denselben Bachelorabschluss, wenn der eben gefordert war in der Stellenanzeige. Und dann haben sie ihre Pflichtpraktika gemacht. Vielleicht haben sie noch ein paar extra Jobs gemacht, ein paar extra Praktika. Vielleicht sind sie auch mal zwischen Schule und Studium irgendwo anders hingegangen, haben auch mal eine Ausbildung gemacht. Vielleicht ein paar wenige. Aber ansonsten die Lebensläufe von Berufseinsteigern sind relativ gleich. Wie will ich denn als Recruiter und Personaler überhaupt differenzieren? Wenn nicht, dann über Attitüde, Persönlichkeit, Motivation, also all das, was überhaupt nicht im Lebenslauf steckt, sondern im Anschreiben. Im Anschreiben haben Berufseinsteiger die Chance, sich zu differenzieren aus einem, ich sage das jetzt gewöhnlichen Lebenslauf, ich meine es aber gar nicht so negativ, wie es vielleicht klingt, aus einem gewöhnlichen durchschnittlichen Lebenslauf, den viele andere Kandidaten auch haben, eine besondere Bewerbung zu zu machen. Verzichtest du freiwillig darauf und sagst das macht mir jetzt zu viel müde, Hascha, keinen Bock drauf. Dann verzichtest du auf die Chance, dich zu differenzieren, positiv von der Maße abzuheben und Alleinstellungsmerkmale zu betonen. Das ist die große Chance des Anschreibens. Die zweite Gruppe, die davon enorm profitiert sind Quereinsteiger. Denn auch hier der Lebenslauf ist ein Problem. Bei Quereinsteigern, das ist die Definition von Quereinsteigern, passt der bisherige Werdegang ja gar nicht mehr zu dem, was du in Zukunft machen willst. Der bisherige Werdegang ist dein alter Beruf, dein alter Job, aber den willst du ja gerade nicht mehr ausüben. Du hast dir ü Eigentlich ist es nicht das, was ich will, was mich erfüllt. Ich möchte mit meinem Leben was ganz anderes machen. Ich möchte einen anderen Beruf ergreifen, eine andere Profession lernen und jetzt hast du ein Problem. Der Lebenslauf passt nicht zu der Stelle, auf die dich bewirbst. Und viele werden ja genau deswegen aussortiert, übrigens auch bei der ganz normalen Bewerbung von anderen, weil der Lebenslauf zu wenig auf die neue Stelle passt. So, mit welchem Dokument, an welcher Stelle willst du denn den Personaler bei dieser schriftlichen Vorauswahl, egal ob jetzt online oder auf Papier, wie willst du ihnen davon überzeugen oder ihm erklären, ja, mein Lebenslauf passt nicht, aber ich bin trotzdem die geeignete Kandidatin, der beste Bewerber für diese Position, wenn nicht im Anschreiben. Berufseinsteiger und Quereinsteiger profitieren über die Maßen vom Anschreiben. Für sie ist es vielleicht sogar das wichtigste Dokument überhaupt, weil der Lebenslauf viel zu wenig Differenzierungspotenzial hat. So, und dann gibt es noch eine Gruppe, die häufig übersehen wird bei dieser ganzen Diskussion. Das sind sozusagen die Problemfälle in der Bewerbung. Also Menschen mit vielen Lücken im Lebenslauf, Menschen vielleicht mit starken Brüchen im Lebenslauf, also mehrere Quereinstiege sozusagen, vielleicht auch Phasen der längeren Arbeitslosigkeit, vielleicht auch Menschen, die als Jobhopper gelten könnten, weil sie zu oft gewechselt sind nach irgendwelchen Gust oder Definitionen von Personalern. Also all das, was man gemeinhin die Problemfälle der Bewerbung vielleicht nennen würde. Ich finde das gar nicht so problematisch, nicht falsch verstehen, Aber es ist halt in der Bewerbung kann es je nachdem, auf welchem Personaler man trifft, ein Problem sein. Und jetzt haben wir wieder das Problem, der Lebenslauf, wenn ich den nur mir anschaue und den lesen, ja, das ist glaube ich auch Fakt, unbestritten, den lesen viele Personaler zu, obwohl das Anschreiben oben drauf liegt und wahrscheinlich auch, weil das Anschreiben größtenteils eben so langweilig formuliert ist. Jetzt lesen die den und oh, viele Jobwechsel, kurze Passagen, immer gewechselt. Nach drei, sechs Monaten die Probezeit wahrscheinlich nicht überstanden. Das sieht aber nicht gut aus, packe ich mal auf den Stapel vielleicht oder direkt kann weg, Absage. Oder Leute, die eben, wie gesagt, ganz viele Lücken im Lebenslauf haben, Brüche, wo ich sage, dem kann ich überhaupt nichts anfangen. Ja, so vielleicht oder Absage, wie auch immer. Das ist ein Problem. Und bevor dir das passiert, hast du die Chance über das Anschreiben, was eben oben aufliegt, also was vielleicht auch so gestaltet ist, dass es dem Personaler ins Auge springt. Man kann der ja auch mit dem Layout ein bisschen tricksen, dass ihr zumindest einen Blick drauf wirft und vielleicht sogar hängen bleibt und sagt oh, das fängt man nicht mit. Hierbei bewerbe ich mich als Anse. Es ist ja interessant oder ist auch anders gestaltet, origineller, bevor er den Lebenslauf liest und auf die Passage stößt, dass er sagt, viele kurze Jobwechsel, das sieht aber gefährlich aus, lies dir dein Anschreiben und das spricht aus deinem Herzen, das spricht von Leidenschaft, von Motivation, von Begeisterung. Es spricht vielleicht auch die Schwächen an, die dein Lebenslauf hat, aber erklärt, sie nicht rechtfertigen. Das klingt immer nach schlechtem Gewissen, nach Bittsteller und bitte, bitte gib mir einen Job, ich weiß, ich bin scheiße. Nein, so bitte natürlich auf keinen Fall selbstbewusst auftreten, aber sehr wohl diese Liebeserklärung absenden an den Personaler und ganz deutlich, was sind meine Stärken? Warum kann ich hier einen Mehrwert bieten? Und ja, du wirst diese Schwächen im Lebenslauf vielleicht selber entdecken, macht aber überhaupt nichts, denn ich bin trotzdem der oder die Richtige für den Job. Und genau an der Stelle zündet das Anschreiben. Und deswegen noch Ich habe diese Diskussion jetzt schon seit vielen Monaten, wenn nicht sogar seit Jahren, ich glaube, es geht schon bestimmt seit zwei Jahren beobachtet und immer wieder höre ich dieselben Argumente. Das Anschreiben kann weg, weil es zu Hürden setzt. Wir haben Fachkräftemangel, da steht nichts drin, das ist alles nur aussagelos und und und. Dann eben die Bewerber, die sagen, boah, ich habe da keinen Bock drauf, macht mir alles zu viel Mühe, diese Bewerbung immer und so weiter und so fort. Ich verstehe das klar, das sind menschliche Reaktionen. Ich verstehe den Fachkräftemangel. Ich verstehe auch, dass man sagt, wir kriegen als Unternehmen nicht die richtigen oder zu wenige Bewerber, aber dann die Hürden zu senken an einer wichtigen Stelle, obwohl sie doch so ein wunderbares Instrument sind. Mehr von der Persönlichkeit eines Bewerbers kennenzulernen, finde ich, setzt falsche Signale und und reduziert auch letztendlich die Aussagekraft einer Bewerbung als Ganzes. Du verlagerst das Problem ja auch nur später auf das Vorstellungsgespräch. Die Frage, die man sich ja stellen Kriegen wir denn, wenn wir unsere Auswahlentscheidung nur auf Basis des Lebenslauf und vielleicht andere Unterlagen oder einem link zu einem LinkedIn Profil treffen, kriegen wir denn dadurch auch die richtigen Bewerber? Und die habe ich noch so nirgendwo als Antwort gesehen, dass die Leute Ja, jetzt steigt aber auch die Qualität der Bewerbung. Ich glaube, die Zahl wird höher. Ja klar, immer wenn du Hürden senkst, kommt mehr durch. Das ist normal. Aber kriegst du denn dadurch auch die richtigen Bewerberinnen und Bewerber? Wird die Qualität besser oder musst du nur viel mehr auswählen, was ja viel mehr Zeit in Anspruch nimmt und dann auch mehr Kosten als Unternehmen? Das stellt sich doch die Ist das denn ein Rechenbeispiel, was sich auch wirtschaftlich für ein Unternehmen rechnet? Ich glaube nein. Und ich glaube, dass du halt hinterher im Vorstellungsgespräch viel mehr auswählen musst, viel bessere Fragen stellen musst, um sozusagen nochmal einen zusätzlichen Filter zu setzen, den du vorher einfach weggelassen hast, damit es hinterher in der Statistik besser aussieht. Ich glaube, falsche Entscheidung. Abschließend bitte nicht falsch verstehen. Ich bin kein Feind von neuen modernen Alternativen. Ich bin überhaupt nicht so konservativ, wie das vielleicht sogar klingt. Im Gegenteil, ich habe hier an der Stelle und auch an anderen Stellen schon ein paar Mal geschrieben, gesagt, auf Video aufgezeichnet. Ich bin ein großer Fan beispielsweise von Bewerbungsvideos. Ich persönlich glaube auch das habe ich schon ein paar Mal gesagt, Ich glaube, das bewertet Werbungsvideos, das Potenzial haben, das Anschreiben abzulösen eines Tages, weil nicht nur ein Bild mehr sagt als 1000 Worte, sondern ein Video von zwei bis drei Minuten mehr sagen kann als Worte. So wie dieses Video sehr viel auch über mich verrät, unabhängig von der Tonspur von den Worten, die ich gerade gesprochen habe. Man merkt unterschwellig automatisch ist das authentisch, was der Mai da erzählt hat, der Leidenschaft für das Thema, weiß der wovon er redet oder nein und kann er sich auch mal versprechen, ja oder nein? Das merkt man in so einem Video und das transportiert natürlich auch ein Bewerbungsvideo. Deswegen glaube ich schon, dass Videos in Zukunft auch bei der Bewerbung eine große Rolle spielen können und werden. Ich bin mir sicher, im nächsten Jahr werden wir schon Entwicklung sehen. Das Ganze geht auf Kurs Corona auch ein bisschen zurück. Es geht auf das Smartphone zurück, was immer einfacher zu handeln wird. Der Boom von Social Media Seiten wie Instagram, TikTok und anderen, wo das Video bereits eine große Rolle spielt und viele, viele hunderttausende Menschen tagtäglich Videos aufnehmen, kinderleicht spielen, leicht auch coole Videos drehen, wahnsinnige Effekte da einbauen, wo du denkst, wenn du Fernsehen machen wirst, Wahnsinn, Dafür haben wir früher studieren, Studios gebraucht, Kata, dies, das und jenes, machen die Leute heute alles am Handy und das geht in Sekunden live, so wie jetzt auch dieses Video. Ich habe ein Fernsehstudio zu Hause, Wie irre ist das? Also ich sende gerade live zu weiß nicht wie viel tausend Leuten und das kinderleicht auf Knopfdruck. Wie irre ist denn das, was wir heute machen können? Videos sind kinderleicht und werden auch immer leichter für uns zu produzieren. Und noch ich glaube so ein Video, was ja Motivation transportieren soll, also auch ein bisschen das, was im Anschreiben steht, Persönlichkeit transportieren soll, eine Art Liebesbrief, nennen wir es Liebesvideo oder Liebesclip, wie auch immer, wenn du sowas sendest, das geht genauso per Video. Also ich hänge nicht an dieser einen Seite. Ich glaube aber, dass dieses Dokument, dieses Medium, dieser Inhalt, dieser spezialisierte Inhalte neben dem Lebenslauf zusätzlich zum Lebenslauf seine Berechtigung hat und auch weiter bleiben sollte und bleiben wird, wenn Personaler es wirklich ernst meinen. Und es gibt uns allen als Kandidaten, als Bewerber wie auch als Arbeitgeber Chancen, dass die Richtigen zueinander finden. Diese leidige Diskussion, ob das Anschreiben abgeschlossen geschafft werden soll, ich finde, sie hat ein Maß erreicht, wo wir uns weit davon entfernt haben, darüber nachzudenken, welchen Sinn das Anschreiben ursprünglich mal hatte, warum es das überhaupt gab und gibt. Und wenn wir dazu kommen, dann stellen wir fest, dass diese Diskussion komplett am eigentlichen Kern des Themas vorbeigeht. Am Ende klare Aussage von Das Anschreiben muss bleiben. Nicht zwingend in dieser Form als eine Seite geschriebener Text, ob Fließtext oder Bulletpoints, egal, da gibt es Alternativen, für die bin ich offen. Aber dass es neben dem Lebenslauf, der nach hinten guckt, noch ein Dokument gibt zur Bewerbung, was nach vorne guckt, was begründet, was erklärt, auch ein Stück weit interpretiert, was im Lebenslauf steht und dadurch den Bewerber, die Bewerberin transparenter macht, das wird es weiterhin brauchen und davon sollten wir uns auf keinen Fall trennen. Am Ende des Tages verlagern wir das Problem nur nach hinten, im schlimmsten Fall in die Probezeit. Und das finde ich viel schlimmer. Ist zwar einerseits auch eine Chance, aber ich finde es viel schlimmer, wenn Kandidaten oder Mitarbeiter und Arbeitgeber erst wenn sie schon zusammenarbeiten, herausfinden, dass sie gar nicht zueinander passen, was dann passiert. Auch vor allen Dingen für die Bewerber, die sich dann wieder neu bewerben müssen, ist viel schlimmer, als diesen Filter nach vorne zu verlagern und ja, sich ein bisschen mehr Mühe bei der Bewerbung zu machen. Ich freue mich auf die Kommentare dazu. Ich bin gespannt, wie ihr das seht. Bitte gerne differenziert. Ich bin da offen für Kritik. Ich habe schon viele Argumente gehört, sie haben mich bislang nicht überzeugt. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, aber ihr kennt jetzt meine Argumente dafür. Es gibt auch einen ausführlichen Kommentar auf der Karrierebibel. Ich freue mich auf Komm und die inhaltliche Auseinandersetzung. Ich gucke noch mal gerade, ob es irgendwelche Kommentare gab, soweit ich das sehe. Die Technik funktioniert nicht. Ich freue mich auf jeden Fall auf eine inhaltlich sehr wertschätzende und konstruktive Diskussion. In diesem Sinne einen schönen.










